Spritziges Jahreskonzert

Der Musikverein Jockgrim freute sich über einen gut besuchten großen Saal im Bürgerhaus Jockgrim. Der neue Vorsitzende Uwe Schröter begrüßte die zahlreich erschienen Zuhörer und Ehrengäste. Er übergab sogleich die weitere Moderation an das gut aufgelegte Moderatorenduo Jana Fenrich und Heinz Brecht, beide übrigens wie Uwe Schröter aus dem Trompetenregister. Sie haben das Programm, das ja in Jockgrim nie unter einem bestimmten Motto steht, nach einem roten Faden durchforstet. Und ihn auch gefunden: Wasser ließ sich bei fast jedem Stück irgendwie finden… Auflösung am Ende.

Robuste Bass-Melodien, mitreißende Holzbläser-Passagen und treibende Rhythmen bestimmten das Eröffnungsstück „Mount Everest“ von Rossano Galante über die epische Schönheit und überwältigende Macht des höchsten Berges der Welt, der bekanntlich mit Eis und Schnee (Wasser) überdeckt ist. Es folgte bereits der musikalische Höhepunkt des Konzertes: „The Legend of Maracaibo“ behandelt die Seeschlacht (Wasser) in der Bucht von Vigo im Oktober 1702 im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges. José Alberto Pina schuf ein intensives Werk, dessen sprühende Energie vom gut aufgelegten Orchester authentisch dargeboten wurde. Ein Musicalfilm aus dem Jahr 1964 „Les Parapluies de Cherborug“ („Die Regenschirme von Cherbourg“ – Wasser…) erzählte die Liebesgeschichte eines Automechanikers und einer Regenschirmverkäuferin. Die wechselnde Gefühlswelt dieses Paares wurde eindrucksvoll mit Musik erzählt und entlockte vielleicht manchem Zuhörer die ein oder andere Träne. „The Great Steamboat Race“ (von Robert W. Smith) erzählt von einer Wettfahrt zwischen zwei Schaufelraddampfern auf dem Mississippi im Jahr 1870. Hier wurde das Wasser sogar als Instrument eingesetzt: Mit Wasserflaschen wurde ein ungewöhnlicher Sound erzeugt, man fühlte sich förmlich auf so einen Schaufelraddampfer versetzt.

Nach der Pause ging es mit Wasser weiter: ein  „Fließgewässer im Westen Tschechiens“ (der Fluß Eger), so moderierten Jana Fenrich und Heinz Brecht den zweiten Teil an, stellte den roten Faden bei den ersten drei Stücken dar: mit Egerländermusik ging es weiter. Mit höchster Präzision wurde auch diese Musik präsentiert. Mit „Wir sind Kinder von der Eger“, „Egerland Heimatland“ und „Mondschein an der Eger“ glänzte in bestechender Form das Gesangsduo Jana Nunenmann und Joachim Guttenbacher, die normalerweise an der Bassklarinette und am Saxophon mitwirken. Ein Medley bekannter Titelmelodien der James-Bond-Reihe löste die beschauliche Egerländermusik ab: „Bond… James Bond“ arrangiert von Stephen Bulla brachte wieder Leben, Temperament und Feuer auf die Bühne. Gerne hätte man ein echtes Saalfeuerwerk abbrennen lassen. Was aber an der fehlenden Sprinkleranlage scheiterte und somit war auch hier ein Bezug zum Thema Wasser hergestellt. „Carnaval in Sao Paulo“ ein mitreißendes Stück, voller brasilianischer Rhythmen und Lebensfreude von James Barnes beendete das abwechslungsreiche Programm. Brasilien verbindet man mit Regenwald, Amazonas und Copa Capana und somit war auch hier ausreichend Wasser im Spiel.

Vor diesem letzten Stück und den stürmisch geforderten Zugaben bedankte sich der Vorsitzende Uwe Schröter bei Fabian Metz für die wieder gelungene Programmzusammenstellung und das auf den Punkt perfekte Einstudieren der Musik. Dank erhielten auch das galante und humorvolle Moderatorenduo Jana Fenrich und Heinz Brecht. Für die finanzielle Unterstützung entrichtete er seinen Dank an die Sponsoren, die VR-Bank und die Sparkasse Germersheim-Kandel. Und die Auflösung des roten Fadens folgte postwendend von den Moderatoren: unser neuer Chef arbeitet im…. Wasserwerk!

Fotos von Heiko Schloß siehe hier

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